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Knut Hansvold

Warum die Tromsøer den Herbst für die beste Jahreszeit halten

Tromsø im Herbst – das bedeutet bunte Landschaften, Wanderungen in klarer Luft, spannende Ausflüge, gutes Essen und gesellige Kneipenabende. Und das Nordlicht? Das startet gleich mit einem Paukenschlag.

Etwa 350 km nördlich des Polarkreises, umgeben von Bergen, Fjorden und Meeresarmen, liegt Tromsø – die größte Stadt im arktischen Skandinavien. Der Herbst bringt hier goldene Wälder, herbstliche Köstlichkeiten, erste Nordlichter und eine lebendige Stimmung in der Stadt mit Essen, Nachtleben und Festivals. Die Leute vor Ort sagen: „Das ist die beste Zeit des Jahres.“ Ein paar herbstliche Tage mit Wanderungen durch majestätische Landschaften, Aktivitäten auf dem Wasser, gutem Essen und einem Gläschen in einer lauten Kneipe – das könnte das Highlight Ihres Herbstes sein. Vielleicht zeigt sich sogar das Nordlicht (Aurora Borealis).

  • 01Sonnenuntergang im Herbst in Tromsø © Knut Hansvold
  • 02Herbst in den Straßen von Tromsø © Jensen Media
  • 03Herbsttage in Tromsø © Jensen Media
  • 04Roald Amunden und gelbe Alaskapoppeln im Oktober © Jensen Media
01: Sonnenuntergang im Herbst in Tromsø © Knut Hansvold
02: Herbst in den Straßen von Tromsø © Jensen Media
03: Herbsttage in Tromsø © Jensen Media
04: Roald Amunden und gelbe Alaskapoppeln im Oktober © Jensen Media

Wandern im Herbstwald – ein Erlebnis

Ab Ende August färben sich die Blaubeerblätter rot, und oberhalb der Baumgrenze leuchten die Zwergbirken in kräftigem Karmin. Im September kleiden sich die Berghänge in ockerfarbene Birkenblätter, durchsetzt mit leuchtendem Gelb und Rot von Espen und Vogelbeerbäumen. Irgendwann in einer stürmischen Nacht fegt der Wind die Farben fort, und schwarze Äste zeichnen sich gegen den Herbsthimmel ab. Kristallklare Seen und Bäche, frische Luft und weite Ausblicke warten. Kommt Regen, lohnen sich kürzere Wanderungen – und die tropfnassen Blätter sind ein Spektakel für sich.

Tromsø – umgeben von Bergen

Berge, wohin man schaut. Einige sind so nah, dass man sie zu Fuß aus der Stadt erreichen kann. Die Stadtbusse bringen Sie noch weiter hinaus. Mit einem Mietwagen können Sie die alpinen Gipfel und sanften Hügel auf der Insel Kvaløya erkunden oder die vielfältigen Wanderwege auf dem Festland entdecken. Ein echtes Highlight sind die Lyngenalpen, die bis zu 1800 Meter direkt aus dem Fjord aufragen. Die Wanderwege variieren von gemütlichen Spaziergängen zu Aussichtspunkten bis zu ganztägigen Abenteuern.

Mit Guide unterwegs – sicher und spannend

Der Herbst ist ideal für Gletscherwanderungen – aber aus Sicherheitsgründen am besten mit einem Guide. Oder wie wäre es mit einem Ausritt auf einem robusten Lyngen-Pferd? Huskywanderungen sind ebenfalls möglich – die Hunde tragen sogar Ihr Lunchpaket. Und wer mag, lässt sich auf einem Trainingswagen von den Huskys ziehen – die bereiten sich nämlich schon auf den Winter vor. 
Eine bequeme Alternative ist eine geführte Minivan-Tour durch die Region, mit Einblicken in Kultur, Geschichte und Natur.

Raus auf den Fjord

Die Fjorde rund um Tromsø lassen sich auf viele Arten entdecken. Kajak fahren auf ruhigem Wasser ist für Anfänger wie Fortgeschrittene ein Genuss. Oder suchen Sie den Adrenalinkick bei einer RiB-Tour – in einem wendigen Schlauchboot, das Sie ganz nah ans Wasser bringt. Angelfans können auf moderne oder traditionelle Boote steigen, je nach Geschmack. Und wer es ruhig mag: eine Segeltour mit Ausblicken zum Träumen.

  • 01Aussicht zum Sund in Tromsø © Knut Hansvold
  • 02Blue house in the Nordre Tollbugate Steet. The blue colour is said to come from the east, from the trade with the historic port cities along the White Sea in Russia © Knut Hansvold
  • 03Herbstnebel in Alt Tromsø © Knut Hansvold
  • 04In der Haupstraße Tromsøs bummeln gehen © Knut Hansvold
01: Aussicht zum Sund in Tromsø © Knut Hansvold
02: Blue house in the Nordre Tollbugate Steet. The blue colour is said to come from the east, from the trade with the historic port cities along the White Sea in Russia © Knut Hansvold
03: Herbstnebel in Alt Tromsø © Knut Hansvold
04: In der Haupstraße Tromsøs bummeln gehen © Knut Hansvold

Kvaløya – nur ein kurzer Abstecher

Die Insel Kvaløya schützt Tromsø vor dem wilden Atlantik. Im Zentrum der Insel liegen Gletscher und schroffe Gipfel, nur 30 Minuten von der Stadt entfernt. Noch weiter draußen liegt Sommarøy, ein lebendiges Fischerdorf mit wunderschönen Stränden. Rystraumen mit seinen Meeresströmungen und die Felsritzungen bei Skavberg sind lohnende Stopps. 
Eine Rundfahrt im Süden der Insel dauert nur zwei Stunden – aber unterwegs sollten Sie oft anhalten.

Fjorde und Berge im Landesinneren – bis zum Abend bleiben

Im Landesinneren von Tromsø warten dramatische Fjordlandschaften und hohe Berge. Im Herbst sind die Gipfel oft schon gepudert mit Schnee, während die Wälder weiter unten in buntem Feuer stehen. Fahren Sie mit der Fähre über den Fjord zu den Lyngenalpen, erkunden Sie kleine Dörfer und machen Sie Pause in gemütlichen Cafés. Im Binnenland regnet es seltener – bleiben Sie bis nach Sonnenuntergang, dann steigen Ihre Chancen auf Nordlichter erheblich.

  • 01Straumen gård ist ein alter Hof an der Südseite der Insel Kvaløya. © Knut Hansvold
  • 02Neuschee in Balsfjord bei Tromsø © Bård Løken
  • 03Herbststille auf dem Fjord © Jensen Media
  • 04Herbst auf der Insel Kvaløya © Jensen Media
01: Straumen gård ist ein alter Hof an der Südseite der Insel Kvaløya. © Knut Hansvold
02: Neuschee in Balsfjord bei Tromsø © Bård Løken
03: Herbststille auf dem Fjord © Jensen Media
04: Herbst auf der Insel Kvaløya © Jensen Media

Die Nordlichtsaison beginnt mit einem Knall

Tromsø liegt direkt unter dem Nordlichtoval – dort, wo die Sonnenaktivität am stärksten ist. Kein Wunder also, dass die Stadt ein Topziel für Aurora-Jäger ist. Viele wissen aber nicht: Schon ab Mitte August kann man Nordlichter sehen! Ab Mitte September wird es nach 19 Uhr dunkel – perfekte Bedingungen. Rund um die Tagundnachtgleichen im Herbst ist die Sonnenaktivität besonders hoch – genauso gut wie im tiefsten Winter.

  • 01Von der Stadtmitte aus fotographiert - Nordlichter über die Eismeerkathedrale © William Copeland
  • 02Auf den Treppen zum Berg hinauf - und das Nordlich taucht auf © Jensen Media
  • 03Mehrere Nordlichtbänder über Tromsø © Jensen Media
  • 04Nordlichter auf Tromsøs Festland, mit Aussicht zur Insel © Jensen Media
01: Von der Stadtmitte aus fotographiert – Nordlichter über die Eismeerkathedrale © William Copeland
02: Auf den Treppen zum Berg hinauf – und das Nordlich taucht auf © Jensen Media
03: Mehrere Nordlichtbänder über Tromsø © Jensen Media
04: Nordlichter auf Tromsøs Festland, mit Aussicht zur Insel © Jensen Media

Nordlichter auf eigene Faust entdecken

An klaren Herbstnächten können Sie das Nordlicht auch ohne Tour erleben. Nehmen Sie eine Stirnlampe und steigen Sie die Sherpa-Treppe auf Tromsøs Hausberg Storsteinen hinauf – beste Aussicht inklusive. Auch Spaziergänge auf der Insel bieten tolle Spots. Wer unabhängig sein will, mietet ein Auto und fährt abends los – vielleicht beginnt Ihr ganz persönliches Nordlichtabenteuer.

  • 01Herbstnordlichter, vom Stadtberg Fløya gesehen © William Copeland
  • 02Nordlichter über der Sommerøybrucke © William Copeland
  • 03In der Natur bei Tromsø © William Copeland
  • 04Ein Wirbel aus Nordlicht über der Hütte © William Copeland
01: Herbstnordlichter, vom Stadtberg Fløya gesehen © William Copeland
02: Nordlichter über der Sommerøybrucke © William Copeland
03: In der Natur bei Tromsø © William Copeland
04: Ein Wirbel aus Nordlicht über der Hütte © William Copeland

Durchs historische Zentrum bummeln

Tromsøs Innenstadt beherbergt die größte Sammlung historischer Holzhäuser im Norden Norwegens. Vom Krieg verschont, finden Sie hier schöne Türen im Empirestil, kleine Arbeiterhäuser und nostalgische Kioske. Entdecken Sie die Architektur auf eigene Faust oder bei einer lockeren Stadtführung. Im Polarmuseum erfahren Sie mehr über die kühnen Expeditionen und das Leben der Jäger im hohen Norden. Weitere Stationen sind das Nordnorwegische Kunstmuseum, die hölzerne Tromsøer Domkirche und das Perspektivet-Museum.

Mehr als nur Zentrum: Sehenswürdigkeiten vor den Toren

Nur wenige Minuten zu Fuß oder mit dem Bus entfernt: Polaria bietet ein arktisches Erlebnis mit Seehunden und Fischen. Die Eismeerkathedrale am Ende der Tromsø-Brücke ist ein architektonisches Highlight mit beeindruckendem Glasmosaik. Mit der Seilbahn geht es auf den Storsteinen – für traumhafte Ausblicke. Das Universitätsmuseum erzählt von der samischen Kultur, der Geologie und dem Nordlicht. Der nördlichste botanische Garten der Welt blüht noch erstaunlich lange im Herbst. Und im Science Centre erleben Sie das Nordlicht im Planetarium.

  • 01In einer bunten Ecke in Tromsøs Stadtmitte © Jensen Media
  • 02Herbstregen im ältesten Teil von Tromsø © Knut Hansvold
  • 03Herbstgefühl im alten Tromsø © Knut Hansvold
  • 04Nasse Straßen im Herbst in Tromsø © Jensen Media
01: In einer bunten Ecke in Tromsøs Stadtmitte © Jensen Media
02: Herbstregen im ältesten Teil von Tromsø © Knut Hansvold
03: Herbstgefühl im alten Tromsø © Knut Hansvold
04: Nasse Straßen im Herbst in Tromsø © Jensen Media

Essen gehen in Tromsø – voller Überraschungen

Die nordnorwegische Küche ist schlicht – und lebt von exzellentem Fisch. Doch die Köche von Tromsø kombinieren das mit französischer Raffinesse und weltweiten Gewürzen. Garnelen und Muscheln – früher nur Köder – stehen heute ganz oben auf der Karte. Und der Königskrabbe gehört die Zukunft. Im Herbst wird frisches Lamm serviert – als deftiger Fårikål oder mit feiner Note. Rentiergerichte sind ungewöhnlich, aber köstlich. Und auch Seelenfutter, Gerichte zum Teilen und internationale Küche fehlen nicht.

Die „Flutlichtpiste“: Tromsøs geselligste Abende

Das lebendige, lautstarke und gut besuchte Nachtleben Tromsøs nennt man mit einem Augenzwinkern und einer Ski-Metapher die „Flutlichtloipe“ – die beleuchtete Skipiste oberhalb der Stadt. Starten Sie Ihren Abend im Ølhallen – Tromsøs ältester Kneipe von 1928.  Diese Tradition ist generationsübergreifend – auch ältere Gäste feiern mit. Die Einheimischen wechseln mühelos vom Dialekt ins Englische, und die Stimmung ist locker und freundlich. Machen Sie sich bereit für einen Abend voller Lachen und neuer Bekanntschaften.

Herbstzeit ist Festivalzeit in Tromsø

Tromsø feiert den Herbst mit einer ganzen Reihe von Festivals entlang der lebhaften Storgata. Los geht’s mit Rakettnatt, einem Rock- und Popfestival, das die dunkler werdenden Nächte musikalisch einläutet. Beim Genussfestival SMAK kommen Feinschmecker voll auf ihre Kosten – hier dreht sich alles um die Aromen der Saison. Die Kulturnatt – Kulturnacht – bietet ein buntes Kulturprogramm – mit Konzerten, Theater und Stadtführungen, alles an einem einzigen Abend. Freunde elektronischer Musik pilgern zum Insomnia-Festival, während sich beim Ordkalotten alles um Literatur dreht. Im November bringt Arctic Pride Farbe und Vielfalt in die Stadt.

Und wenn Sie spontan in Tromsø unterwegs sind: Irgendein Konzert findet fast immer statt – einfach vorbeischauen und genießen!

  • 01Skansen aus 1790 ist das älteste Haus Tromsøs © Knut Hansvold
  • 02Vår Frue kirke (die Liebfraukirche) ist der nördlichste Dom der Welt. Hier under einem Nordlicht im Herbst © Knut Hansvold
  • 03Herbstmorgen können auf dem Kai Bangsundbrygga strahlend sein © Knut Hansvold
  • 04Gegenlicht im Spätherbst © Knut Hansvold
01: Skansen aus 1790 ist das älteste Haus Tromsøs © Knut Hansvold
02: Vår Frue kirke (die Liebfraukirche) ist der nördlichste Dom der Welt. Hier under einem Nordlicht im Herbst © Knut Hansvold
03: Herbstmorgen können auf dem Kai Bangsundbrygga strahlend sein © Knut Hansvold
04: Gegenlicht im Spätherbst © Knut Hansvold

Ausflüge rund um Tromsø entdecken

Nur eine Stunde östlich liegen die Lyngenalpen – mit Wanderungen, Gletschertouren und Bootsfahrten zu Wasserfällen.  Oder fahren Sie nach Senja – eine Insel, wo der Atlantik auf eine zerklüftete Bergküste trifft. Ideal für Wanderungen und Angelausflüge. 
Harstad, Tromsøs Nachbarstadt, lockt mit guter Küche, historischen Orten und schönen Wanderwegen.   Der Norden bietet viele Orte, die auf Sie warten.

Wissenswertes über Tromsø

Tromsø ist die größte Stadt der nordischen Länder nördlich des Polarkreises – 1150 km nördlich von Oslo, 350 km nördlich des Polarkreises und gut 2000 km vom Nordpol entfernt.

Ende August spürt man den Herbst schon.Im September leuchten die Farben am intensivsten – im Oktober sind sie meist vorbei.Der November ist Übergangszeit – in Tromsø nennt man das „seinhøst“, also „Spätherbst“.

Mit etwas Glück erwischen Sie milde Tage – perfekt zum Stadtbummel. Klarer Himmel bringt oft kühle Nächte und manchmal schon Anfang September Frost.Kommt Regen, dann meist ordentlich – das Meer ist noch aufgewärmt vom Sommer. Schnee kann im September fallen, bleibt aber selten liegen.Im Oktober kann er auch mal ein paar Tage bleiben.

Die „Tromsø-Uniform“ im Herbst: eine gute Regenjacke, Jeans, T-Shirt und Turnschuhe – reicht für die Stadt. Mütze, Schal, Handschuhe und ein paar Extraschichten gehören ins Gepäck. Für Outdoor-Aktivitäten brauchst du lange Unterwäsche, Wollshirt, Fleece oder Wollpulli und wasserdichte Überbekleidung.Feste Wanderschuhe sind ebenfalls zu empfehlen.

Unbedingt – besonders in den guten Lokalen und vor allem am Freitag und Samstag. Die Übersicht bei Visit Tromsø hilft Ihnen bei der Planung.

In der Stadt gibt es viele Hotels – von gehoben bis preiswert.Ein Campingplatz mit Hütten liegt am Stadtrand. Außerhalb – z. B. in Sommarøy – findest du komfortable Hotels und Selbstversorgerhütten, ideal zur Nordlichtbeobachtung fern der Stadtlichter.Eine Übersicht gibt’s bei Visit Tromsø.

Die meisten fliegen. Der Flughafen liegt 3 km vom Stadtzentrum entfernt und bietet täglich über zehn Direktflüge nach Oslo sowie mehrere Direktverbindungen zu mitteleuropäischen Städten.Auf dem Landweg ist die einfachste Verbindung über das schwedische Bahnnetz bis Narvik, dann weiter mit dem Bus nach Tromsø (ca. 30 Stunden).Die legendäre Hurtigruten – betrieben von Hurtigruten und Havila – braucht vier Tage von Bergen nach Tromsø.

Das örtliche Fremdenverkehrsamt Visit Tromsø bietet auf seiner übersichtlichen Website eine Fülle an Informationen – auf Englisch. Dort finden Sie alles zu Unterkünften, Sehenswürdigkeiten, Ausflügen, Essen und Trinken – und noch viel mehr:

      Geschrieben von Knut Hansvold
      25. Juni 2025
      Zuletzt aktualisiert 20. August 2026
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