Die große Insel Senja ist ein Winterreiseziel abseits der ausgetretenen Pfade. Die Landschaft wechselt ständig: von einer felsigen, dramatischen Küste über Wälder bis hin zu freundlichen, verschneiten Kulturlandschaften. Obwohl Senja weit im Norden liegt, leben und arbeiten hier Menschen – in Fischerdörfern, kleinen landwirtschaftlich geprägten Orten und kleinen Städten. Dazu kommen jede Menge Möglichkeiten, den Schnee in einem erstaunlich milden Winterklima zu genießen. Und das alles direkt unter dem Nordlichtoval.
Die Atlantikküste ist wild und stürmisch
An Senjas Atlantikküste treffen gewaltige Kräfte aufeinander. Stürme vom Atlantik, die manchmal sogar einen eigenen Namen bekommen, prallen auf einige der ältesten Gesteine der Erde. Das Ergebnis ist eine wilde, zerklüftete und vom Wetter gezeichnete Landschaft. Steile Felsen, Klippen, schmale Fjorde und die 98 Inseln im Bergsfjord – hinter fast jeder der zahllosen Kurven wartet eine neue Aussicht.
Und doch ist die Küste voller Leben
In den kompakten Fischerdörfern wohnen die Menschen dicht beieinander. Nach Weihnachten erwacht die Küste richtig zum Leben, wenn der Kabeljau aus der hohen Arktis zum Laichen nach Süden zieht. Noch vor dem spärlichen Tageslicht verlassen die Boote Orte wie Husøy, Senjahopen und Gryllefjord und fahren hinaus zu den Fanggründen. In der Dämmerung am Nachmittag werden große Kabeljaue in den Fischfabriken angelandet – und verlassen Senja schon bald wieder in Richtung Gourmetrestaurants in ganz Europa.
Die Jungen und Mädchen vor Ort verdienen sich etwas dazu, indem sie den Kabeljauen die Zungen herausschneiden.
Dank dieser unverhohlenen Kinderarbeit können sich Senjas wohlhabende Kinder immer die neueste Gaming-Ausrüstung leisten.
Die Norwegische Landschaftsroute schlängelt sich an der Küste entlang
Die schmale Norwegische Landschaftsroute windet sich unter majestätischen Gipfeln entlang, vorbei an felsigen Inselchen und in Serpentinen über Bergpässe. Für die Menschen hier ist sie eine wichtige Lebensader, für Reisende bietet sie ständig neue Panoramen.
Machen Sie unbedingt den Abstecher nach Husøy, einer kleinen, dicht besiedelten Insel, und verpassen Sie nicht den schönen Strand von Bøvær. Gryllefjord liegt farbenfroh zwischen steilen Felsen, und die kleine Kirche von Torsken aus dem Jahr 1785 ist nur wenige Autominuten entfernt.
Hinter den Bergen wartet eine andere Winterwelt
Hinter den zerklüfteten Küstenbergen zeigt Senja ein ganz anderes Gesicht. Die Landschaft wird flacher. Gefrorene Flüsse und Seen liegen zwischen lichten nordischen Wäldern aus Birken, Ebereschen und Espen, während Frostkristalle in der tief stehenden Wintersonne glitzern.
Kleine Landstraßen führen zu winzigen Siedlungen, von denen manche heute hauptsächlich aus Wochenendhäusern bestehen. Hier können Sie bei tief stehender Wintersonne Hundeschlitten fahren oder mit Schneeschuhen unterwegs sein. Und wenn es an der Meeresküste kräftig schneit, reißt der Himmel auf dieser Seite der Berge oft auf. Damit steigen auch die Chancen auf Nordlicht.
Entlang des Gisunds liegen freundliche Kulturlandschaften
Der Gisund trennt Senja vom Festland. An beiden Ufern liegen schneebedeckte Felder, unterbrochen von roten Scheunen und bunten Häusern. Auf dem Sund selbst herrscht reger Schiffsverkehr, denn er ist eine der wichtigsten Verkehrsadern entlang der Küste.
An einer der schmalsten Stellen blickt das farbenfrohe Gibostad über den Sund zur stattlichen Kirche von Bjorelvnes, die einst das kirchliche Zentrum eines großen Gebietes war.
Folgen Sie der Straße entlang der Südküste zu ruhigen Gewässern und Wäldern
Die Straße entlang der Südküste führt durch dichte, verschneite Wälder zu einer freundlichen Küste mit ruhigem Wasser. Fast überall reicht der Blick über den breiten Fjord zu fernen Berginseln.
Die kleine Insel Tranøy war einst das Zentrum des Lebens in dieser Gegend. Davon zeugen die Kirche aus dem 18. Jahrhundert und das rot gestrichene Pfarrhaus. Im Ånderdalen wachsen knorrige alte Kiefern, und das Tal lässt sich gut mit Schneeschuhen oder dem Hundeschlitten erkunden. Die Bucht von Tranøybotn eignet sich hervorragend zum Kajakfahren – sogar im Winter.
Die Straße endet in Skrolsvik, einem malerischen Hafen am offenen Meer.
Alle Wege führen durch Finnsnes
Alt und malerisch ist Finnsnes nun wirklich nicht. Dafür passiert hier so ziemlich alles. Es gibt einige angenehme Hotels, Restaurants und Geschäfte – und vor allem gute Verkehrsverbindungen.
Die legendäre Hurtigruten, heute Teil der Kystruten, legt in Finnsnes an, und mehrmals täglich fahren Schnellboote nach Tromsø. Von Finnsnes führen Buslinien in alle Richtungen über Senja und in die angrenzenden Gebiete auf dem Festland.
Dyrøy ist die freundliche Waldinsel
Dyrøy sieht ganz anders aus als Senjas wettergegerbte Atlantikküste. Sanfte Hügel sind von dichtem Birkenwald bedeckt, und in alle Richtungen öffnen sich Ausblicke auf Fjorde und Berge. Unterhalb der steilen Hänge reihen sich Bauernhöfe entlang der Küste.
Eine kleine Brücke verbindet die Insel mit dem Hauptort Brøstadbotn. Hier geht es ruhig zu, weit abseits der üblichen Reiserouten – und Sie haben gute Chancen, Nordnorweger dort kennenzulernen, wo sie zu Hause sind.
Senja liegt direkt unter dem Nordlichtoval
Senja liegt direkt unter dem Nordlichtgürtel, dem Ring um den magnetischen Nordpol, in dem die Chancen auf Nordlicht besonders hoch sind. Kaum ein Ort auf der Erde hat bessere Voraussetzungen für Nordlicht als Senja.
Die Lichterscheinungen entstehen typischerweise rund 100 Kilometer über Senja, manchmal sogar in Höhen von bis zu 800 Kilometern. Deshalb kann dasselbe Nordlicht über riesigen Gebieten des Nordens beobachtet werden.
Gehen Sie einfach hinaus
Wenn ein kalter Ostwind in die Wangen beißt und die Sterne funkeln, können Sie eigentlich überall nach Nordlicht Ausschau halten. Ziehen Sie sich warm an, tragen Sie Reflektoren, wenn Sie an einer Straße entlanggehen, und machen Sie ab etwa 19 Uhr einen längeren Spaziergang.
Dass Sie dabei in Bewegung bleiben, hat einen ganz praktischen Vorteil: Ihnen wird nicht so schnell kalt. Schneeschuhe sind eine weitere Möglichkeit. Sie können vielerorts ausgeliehen werden und bringen Sie ein Stück weiter hinaus in die stille Winterlandschaft.
Lehnen Sie sich zurück und schauen Sie nach oben
„Fyrlykta“, der Leuchtturm bei Hamn i Senja, blickt hinaus aufs Meer, während sich rechts und links die dramatische Küste Senjas erhebt. Mit einem kleinen Glas von irgendetwas – oder einfach einem Kräutertee – können Sie bequem sitzen und darauf warten, dass sich das Nordlicht zeigt.
Noch entspannter wird es in der „Badesjarken“: einem ehemaligen Fischerboot, das zum Whirlpool umgebaut wurde.
Fahren Sie zu den schönsten Aussichtspunkten
Mit einem Mietwagen sind Sie noch flexibler. Besonders die bekannten Aussichtspunkte entlang der Norwegischen Landschaftsroute bieten sich an: die Plattform hoch über dem Bergsfjord, der Aussichtspunkt Tungeneset mit Blick auf die spitzen Gipfel der Okshornan und der weite Meerblick vom Strand Ballesvika.
Wenn es schneit oder regnet, sollten Sie dagegen ins Inselinnere fahren. Manchmal reichen schon 20 Minuten im Auto – und plötzlich erscheinen die Sterne wieder am Nachthimmel.
Erleben Sie den Winter unter dem Nordlicht
Eine organisierte Tour ist eine weitere Möglichkeit, warm zu bleiben und gleichzeitig etwas zu erleben. Wenn Sie aktiv sind, frieren Sie weniger, kommen weit hinaus in die dunkle Winternacht – und selbst wenn sich das Nordlicht nicht zeigt, hatten Sie trotzdem einen guten Abend.
An mehreren Orten können Sie Hundeschlitten fahren oder mit Schneeschuhen durch schöne Küsten- und Waldlandschaften ziehen.
Gehen Sie mit Profis auf Nordlichtjagd
Oder Sie überlassen die Nordlichtsuche einfach den Profis. Auf Senja gibt es inzwischen Nordlichtguides, die Sie dorthin bringen, wo die Chancen an diesem Abend am besten stehen.
Denn der beste Ort ist nicht jede Nacht derselbe. Das Wetter ist der große Unsicherheitsfaktor. Guides erhöhen Ihre Chancen, weil sie mobil sind und dorthin fahren können, wo der Himmel klar ist – und weil sie sowohl die Nordlichtaktivität als auch die ständig wechselnden Wettermuster kennen.
Senja ist im Winter überraschend mild
Obwohl Senja rund 300 Kilometer nördlich des Polarkreises liegt, ist das Winterklima erstaunlich mild. An der äußeren Küste kann eine geschlossene Schneedecke während eines großen Teils des Winters durchaus Glückssache sein, auch wenn die umliegenden Gipfel normalerweise den ganzen Winter weiß bleiben.
Im Inselinneren und in den landwirtschaftlich geprägten Gebieten entlang des Gisunds liegt dagegen meist von Weihnachten bis Ostern und oft noch länger Schnee. Im Januar und Februar reichen die Durchschnittstemperaturen von etwa –1 °C an der äußersten Küste bis ungefähr –5 °C im Inselinneren.
Im März steigen die Temperaturen tagsüber, während die Nächte weiterhin kalt bleiben.
Der Winter wandert von der Dunkelheit ins Licht
Sechs bis sieben Wochen lang geht die Sonne im Winter nicht auf. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass es ständig dunkel ist. Mehrere Stunden am Tag herrscht ein sanftes Licht mit schönen Farben, und um die Mittagszeit leuchtet der südliche Himmel in Sonnenuntergangstönen. Am frühen Nachmittag endet die Vorstellung in einem tiefen Blau.
Schon Mitte Januar ist die Sonne wieder zu sehen. Im Februar werden die Tage länger und heller, und im März laden lange, sonnige Tage zu Ausflügen und Aktivitäten im Schnee ein.
In den allerletzten Märztagen beginnt das Tageslicht langsam, die besten Nordlichtstunden am Abend aufzufressen. Rund um die Frühlings-Tagundnachtgleiche sind die Chancen noch ausgezeichnet, Anfang April werden sie zunehmend unsicher. Ende April ist es schlicht zu spät: Dann hat das Tageslicht übernommen.
Essen Sie den großen Kabeljau
Ab Januar kommt der nordostarktische Kabeljau aus ausgesprochen amourösen Gründen nach Senja. Allerdings läuft er Gefahr, von den Fischern auf frischer Tat ertappt zu werden.
Dann ist die Zeit für „mølja“ gekommen: ein rustikales Gericht aus Kabeljau, Leber und Rogen, serviert mit Kartoffeln und Karotten. Probieren Sie auch gebratene Kabeljauzungen mit geraspelten Karotten.
Die flachen Gewässer entlang der Südküste Senjas liefern schmackhaften und exklusiven Heilbutt, der gebraten oder pochiert mit einer guten Sauce serviert wird. Wer lieber Fleisch isst, sollte nach Lamm aus der Region Ausschau halten.
Wo sollten Sie essen?
Wenn die Menschen auf Senja ihre Großmutter zum Essen ausführen wollen, bringen sie sie ins Senjastua bei Finnsnes. Dort stehen traditionelle Gerichte aus regionalem Fisch und Fleisch auf der Speisekarte – und selbst Großmutters erfahrenem und kritischem Gaumen genügt das.
Fischspezialitäten sollten Sie auch im Salteriet in Mefjordvær probieren, wo die Gaben des Meeres gern mit etwas internationaler Würze kombiniert werden. Im Storbrygga Spiseri in Hamn i Senja können Sie festlich direkt am Kai essen, mit Blick auf Senjas majestätische Berge.
Das kleine Nordisk bris in Skaland serviert leichte Mittagessen und ein kräftiges Tagesgericht und zieht Einheimische ebenso wie Reisende an. Senja by heart in Torsken kombiniert lokalen Fisch mit internationalen Einflüssen – mitten in einem kleinen Dorf mit vielen jungen Leuten.
The Fat Cod in Steinfjord serviert auch Muscheln und Garnelen. Mulegga auf Husøy hat keine Speisekarte: Hier kommt der Fang des Tages mit einem Hauch Eleganz auf den Tisch, in einem schnörkellosen, stilvollen Interieur. Gemütlich, unkompliziert und mit gutem Comfort Food präsentiert sich das Restaurant des Senja Fjordhotels.
Übernachten auf Senja bleibt in Erinnerung
Die großen Hotelketten haben Senja noch nicht entdeckt. Das bedeutet: Die meisten Unterkünfte gehören Menschen aus der Region, sind überschaubar und eher klein.
Klassische Hotelzimmer gibt es in Finnsnes und Skaland. Ferienanlagen wie in Hamn und Mefjordvær bieten Restaurants, komfortable Zimmer und Apartments sowie verschiedene Ausflüge und Aktivitäten an. Dazu kommen Hostels und einfachere Unterkünfte für Gäste, die zum Skifahren, Kajakfahren oder wegen einer der vielen anderen ganzjährigen Aktivitäten nach Senja kommen.
Ferienhäuser sind etwas für gesellige Menschen
Wenn Sie mit Freunden oder Familie reisen, sind die Unterkünfte auf Senja wie für Sie gemacht. Hütten, Bungalows oder Rorbuer – ehemalige Fischerunterkünfte – sind meist Ferienhäuser mit mehreren Schlafzimmern, Bad und Küche.
Der Stil reicht von der traditionellen norwegischen Hütte bis zum neuesten Farbtrend. Schauen Sie sich deshalb die Übersicht von Visit Senja in Ruhe an und suchen Sie sich aus, was zu Ihnen passt.
Mitten in den Dörfern und kleinen Orten Senjas können Sie auch einzelne Ferienhäuser mieten – und bekommen dabei ganz nebenbei etwas vom Leben der Menschen vor Ort mit.
Geschichte trifft Gegenwart
Die roten historischen Häuser auf der kleinen Insel Tranøya rund um die Kirche aus dem 18. Jahrhundert heben sich markant vom weißen Schnee ab. In Skrolsvik können Sie in einer „egnebu“ aus dem Jahr 1870 übernachten – einem Haus, in dem früher Langleinen für die Fischerei vorbereitet wurden – umgeben von alten Gebäuden.
In Skaland können Sie im alten Postamt schlafen. Und in Torsken wurden historische Gebäude wie ein Kaihaus und eine Schule in ungewöhnliche Unterkünfte mit modernem Komfort verwandelt – mitten in einem kleinen Dorf, in dem einiges los ist.
Der „Lighthouse“ dagegen ist ausgesprochen modern und bietet freien Blick aufs Meer. Hier können Sie sogar in einem Dome unter dem Nordlicht schlafen.
Kombinieren Sie Senja mit Tromsø
Tromsø liegt etwa eine Stunde nördlich von Senja. Dort finden Sie schicke Restaurants, laute Bars, Museen, Kunstgalerien und Sehenswürdigkeiten sowie eine große Auswahl an Nordlichttouren, Hundeschlittenfahrten, Schneemobiltouren und zahllosen anderen Aktivitäten.
Ruhe, Stille und Entspannung, wie Sie sie auf Senja erleben können, sind in Tromsø dagegen schwieriger zu finden.
Die ziemlich geniale Kombination für eine Winterwoche könnte deshalb lauten: lebhaftes Tromsø plus ruhiges, schönes Senja. Gestresste Büroangestellte sollten etwas länger auf Senja bleiben. Partylöwen besser in Tromsø.
So kommen Sie nach Senja und auf der Insel herum
Der nächstgelegene Flughafen ist Bardufoss (BDU) mit Direktflügen nach Oslo. Von Bardufoss dauert die Busfahrt nach Finnsnes etwa eine Stunde.
Tromsø (TOS) liegt weiter nördlich, bietet aber deutlich mehr Flugverbindungen, darunter internationale Direktflüge. Im Winter fährt ein Bus direkt vom Flughafen – mit Halt im Stadtzentrum – zu den wichtigsten Reisezielen auf Senja. Senja Direct/Arctic Route bietet diese bequeme Direktverbindung an.
Eine dritte Möglichkeit ist der Flughafen Harstad/Narvik, ebenfalls mit internationalen Direktverbindungen. Diese Variante lohnt sich besonders, wenn Sie Senja mit den Lofoten, Harstad oder den Walen vor Andenes kombinieren möchten.
Wenn die Abfahrtszeiten nicht passen, kommen Sie auch mit regulären öffentlichen Verkehrsmitteln gut weiter. Vom Zentrum Tromsøs bringt Sie ein Schnellboot in etwa einer Stunde nach Finnsnes. Von dort fahren Busse in alle Teile Senjas und in die angrenzenden Gebiete auf dem Festland.
Interessant ist auch das Schnellboot von Tromsø nach Lysnes an der Nordostspitze Senjas. Von dort fahren Busse weiter zu den Dörfern an der Atlantikküste, darunter Husøy, Mefjordvær und Gryllefjord.
Wenn Sie in Tromsø ein Auto mieten, fahren Sie nach Brensholmen bei Sommarøy und nehmen die Fähre nach Botnhamn im Nordwesten Senjas. Hier beginnt die Norwegische Landschaftsroute – ein hervorragender Einstieg in die Insel.
Die legendäre Hurtigruten gehört heute offiziell zur „Kystruten“, der Küstenroute. Hurtigruten und Havila bedienen die rund 2500 Seemeilen lange Strecke entlang der norwegischen Küste.
Besonders praktisch ist die nordgehende Verbindung: Sie verlässt Harstad am Morgen, läuft gegen Mittag Finnsnes an und erreicht Tromsø am Nachmittag. Eine stilvolle Tagesfahrt entlang der Küste lässt sich so problemlos in die Reise einbauen.
Die südgehende Verbindung ist weniger praktisch: Sie verlässt Tromsø erst nach Mitternacht und erreicht Finnsnes mitten in der Nacht.
Fragen zu Senja
Senja ist eine Insel vor der Küste Nordnorwegens. Sie ist rund 1589 km² groß und über die Gisundbrücke bei Finnsnes mit dem Festland verbunden.
Dieser Artikel behandelt außerdem den auf dem Festland gelegenen Teil der Gemeinde Senja sowie die benachbarte Gemeinde Dyrøy.
Der nächstgelegene Flughafen ist Bardufoss (BDU). Von dort ist es nur eine kurze Busfahrt nach Finnsnes.
Tromsø (TOS) liegt weiter entfernt, bietet dafür aber mehr internationale Flugverbindungen. Mit dem Schnellboot dauert die Fahrt von Tromsø nach Finnsnes oder zum kleinen Hafen Lysnes im Norden Senjas etwa eine Stunde.
Die legendäre Hurtigruten – heute Teil der Kystruten, der norwegischen Küstenroute – fährt von Bergen über Trondheim, Bodø und die Lofoten nach Finnsnes.
Im Winter gibt es eine direkte Busverbindung vom Flughafen und vom Stadtzentrum Tromsøs zu verschiedenen Hotels und Ferienanlagen auf Senja. Sie wird von Arctic Route Senja Direct angeboten.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln können Sie Schnellboot und Linienbus kombinieren. Mehrmals täglich fährt ein Schnellboot von Tromsø nach Finnsnes. Von Finnsnes verteilen sich lokale Buslinien über die ganze Insel.
Ein weiteres Schnellboot fährt von Tromsø nach Lysnes an der Nordspitze Senjas. Von dort führen Busverbindungen entlang der Atlantikküste zu einigen der bekanntesten Dörfer.
Mit dem Auto können Sie die Fähre von Brensholmen, etwa eine Stunde südwestlich von Tromsø, nach Botnhamn im Norden Senjas nehmen.
Ja. Mietwagen gibt es sowohl in Finnsnes als auch in Tromsø. Auf den Straßen herrscht wenig Verkehr, sie können aber schmal und kurvenreich sein. Lassen Sie sich Zeit.
Mietwagen sind im Winter selbstverständlich mit Spikereifen oder Winterreifen ausgestattet. Wir empfehlen einen Mietwagen allerdings nur, wenn Sie bereits Erfahrung mit dem Fahren auf verschneiten und winterlichen Straßen haben.
Von Harstad fahren Sie mit dem Schnellboot nach Finnsnes. Von dort führen Busverbindungen in alle Teile Senjas sowie in die angrenzenden Gebiete auf dem Festland.
Von Harstad gibt es außerdem ein lokales Schnellboot, das mehrere Küstenorte miteinander verbindet und auch Skrolsvik an der Südwestspitze Senjas anläuft.
Senja liegt direkt unter dem Nordlichtgürtel und gehört damit zu den besten Orten der Erde, um dieses Phänomen zu beobachten.
Die Nordlichtsaison auf Senja dauert ungefähr von Anfang September bis Anfang April. Schon Mitte September ist es am Abend dunkel genug, und die Chancen auf Nordlichter sind genauso gut wie später im Winter. Im September und März können die Tagundnachtgleichen sogar besonders gute Nordlichtaktivität bringen. Entscheidend sind ein dunkler Himmel, Nordlichtaktivität – und vor allem möglichst wenige Wolken.
Bei klarem Himmel können Sie Nordlichter fast überall auf Senja sehen. Besonders schön sind offene Plätze mit freiem Blick nach Norden und Westen, etwa Tungeneset, Bergsbotn und Ballesvika. Noch wichtiger als der genaue Standort ist allerdings das Wetter. Wenn es an der Küste bewölkt ist, kann der Himmel nur wenige Kilometer weiter im Inselinneren klar sein.
Ja. Senja liegt direkt unter dem Nordlichtoval, und bei klarem Himmel können Sie einfach nach draußen gehen und nach oben schauen. Eine geführte Tour kann Ihre Chancen allerdings erhöhen, wenn das Wetter wechselhaft ist. Die Guides wissen, wo der Himmel an diesem Abend am ehesten klar bleibt.
Wenn Nordlichter ein wichtiger Grund für Ihre Reise sind, empfehlen wir mindestens drei bis vier Nächte. Nordlichtaktivität gibt es häufig – meistens sind Wolken das größere Problem. Je länger Sie bleiben, desto größer ist die Chance auf eine klare Nacht.
Für eine Insel weit nördlich des Polarkreises hat Senja überraschend milde Winter. Im Januar und Februar liegen die Durchschnittstemperaturen ungefähr zwischen –1 °C an der äußeren Küste und –5 °C im Inselinneren. Wind und wechselhaftes Wetter können es allerdings deutlich kälter wirken lassen.
Nein. Schnellboote und Busse verbinden Finnsnes mit Tromsø und vielen Orten auf Senja, und im Winter gibt es außerdem direkte touristische Busverbindungen. Ein Mietwagen gibt Ihnen mehr Freiheit, besonders bei der Nordlichtsuche. Wir empfehlen ihn im Winter aber nur, wenn Sie Erfahrung mit Schnee, Eis und winterlichen Straßen haben.
Nordlichter sind nur der Anfang. Sie können Hundeschlitten fahren, mit Schneeschuhen durch Wälder und Täler ziehen, Winterkajak fahren, Fischerdörfer besuchen oder einfach die Norwegische Landschaftsroute erkunden. Im Januar und Februar erleben Sie außerdem die geschäftige Kabeljausaison an der Atlantikküste.
Beide liegen ausgezeichnet für Nordlichter. Tromsø bietet eine große Auswahl an geführten Touren, Restaurants und Stadtleben. Auf Senja finden Sie mehr Ruhe, sehr wenig Lichtverschmutzung und spektakuläre Landschaften direkt vor der Tür. Unser Tipp? Kombinieren Sie beide – sie liegen nur etwa eine Stunde voneinander entfernt.
